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Gigathlon Tag 2

Posted by on July 12, 2013

GIGATHLON (1 von 7)Gähn! Wieso genau tut man sich so was eigentlich immer wieder an und bezahlt viel Geld dafür? Um 4 Uhr frühstücken, kaum das Konfi-Weggli runterbekommen, in Sportkleidern am Start frieren, ach so tolle Motivationsmusik und schon ist es 6 Uhr und Bärbel ist auf dem Halbmarathon nach Landquart. 21 Kilometer mit 350 Höhenmetern lagen vor ihr. Ein richtiges Lauftraining hatte sie ja nicht gemacht, zu bequem war sie gewesen und nun startete sie schön langsam aus der letzten Reihe. In lockerem Trab ging es am Rhein entlang und es konnten erste Kontakte mit den Mitläufern geknüpft werden. In dieser Gruppe waren keine richtigen Läufer und so klagten sich alle ein bisschen ihr Leid. Von Kilometer zu Kilometer konnte Bärbel das Laufen, vor dem sie eigentlich den meisten Respekt gehabt hatte, geniessen. Hoch gings durch Wald und Weinberge bis im Sonnenaufgang Landquart in Sicht kam. Erste Hundebesitzer führten ihre Lieblinge aus, Büroangestellte rannten auf den Bus und wir waren schon fast am Ziel. Schon hörten wir den Speaker und da war auch schon das Schild dass auf den letzten Kilometer hinwies. Schwups, das ging jetzt aber schnell. Chip übergeben, schnell was essen, trinken und ins Auto nach Lachen.

Nun warteten auf Ruben einsame Rennvelo Kilometer. Im Hinblick auf die Transalp vom Samstag war eigentlich ein lockeres «Pedallieren» geplant. Schon kurz nach dem Start ist er auf vorher gestartete FahrerInnen aufgefahren – zum dranhängen waren diese jedoch zu langsam. Kurz nach Mels war es dann endlich soweit – von hinten nahte endlich ein Schnellzug! Mit dabei waren ein Single-Athlet und zwei Fahrer der gleichen Kategorie mit dem gleichen «Schicksal»… Nun ging es endlich vorwärts in Richtung Walensee und von da via Kerenzerberg nach Mollis. Am Start in Landquart wurde verkündet, dass es «an einer Stelle» Split auf der Strasse gibt. Nun, die Stelle war rund einen Kilometer lang und die Strasse komplett mit Splitt bedeckt. Anstatt sich an einer langen Abfahrt zu erfreuen folgten bange Minuten und das Hoffen, dass die schmalen Rennveloreifen die unruhige Passage überstehen würden. Glück gehabt.

Der Express rollte weiter über die Linthebene, überholte unzählige weitere Fahrer und vom Vorsatz vom lockeren Pedallieren blieb nicht mehr viel übrig… In diesem Tempo auf befahrenen Strassen an überforderten Autofahrern vorbei zu rasen ist trotz Sicherung durch Militär und Polizei ein waghalsiges Unterfangen – die Endorphine und Renninstinkt der FahrerInnen machten die Fahrt an den Zürichsee zu einem nicht ungefährlichen Unterfangen, welches zum Glück unfallfrei ausging.

Mit dem Auto in Lachen angekommen hatte Bärbel diesmal etwas mehr Zeit sich auf den Schwimmwechsel einzustimmen. «Ruhig atmen, keine Panik, gemütlich entspannt kraulen» – so stellte sie sich das ganze heute vor. Kaum am Wasser sah sie die weit auseinander schwimmenden, in der Entfernung kaum noch sichtbaren Bojen – und schon kamen erste Selbstzweifel auf. Zumindest stellten heute keine Wasserpflanzen zusätzliche Hindernisse in den Weg oder besser ins Wasser. Trotzdem schaffte sie es nicht entspannt zu kraulen und sich gleichzeitig noch richtig zu orientieren. Zwar konnte sie heute etwa 50% der Strecke Kraulen aber schon wieder war sie enttäuscht vom fehlenden Selbstvertrauen – im Training war alles so schön gelaufen. Da gibt es für später noch einiges zu üben. Nach 91 endlosen Minuten hatte sie die 3 Km lange Schwimmstrecke im Zürichsee endlich geschafft. Und sollte direkt auf die Inliner… In der kurzen Pause, in der vom Neoprenanzug in die Inliner gewechselt wurde, stopfte Ruben ihr Biberli in den Mund und ins Trikot. Zum Glück wie sich schnell herausstellte.

Schon auf den ersten Metern aus dem Stadion spürte Bärbel die Inlinestrecke vom Vortag, den Halbmarathon vom Morgen und das vernachlässigte Inlinetraining… Da meldeten sich Muskel, die sie nur vom Anatomieunterricht kannte. Und Hunger hatte sie jetzt auch noch! Schön gleichmässig rollte sie durch die Linthebene, an der Autobahn A3 entlang und in einem grossen Bogen sollte es zurück nach Lachen gehen. Das Zwicken in den Beinen liess langsam nach und der Hunger war mit den restlichen Biberli aus dem Trikot gestillt. Übermütige Gedanken an Überholen kamen auf, wurden aber im Keim erstickt als die ersten Inliner der 5x-Teams Bärbel flach auf den Boden gedrückt und in halsbrecherischer Geschwindigkeit überholten. In «Trams» von bis zu 10 Gigathleten rasten sie durch die Linthebene. Respekt! Doch auch kleinere Schritte führen zum Ziel und so erreichte auch Bärbel irgendwann die mittlerweile sehr übersichtliche Wechselzone zum Bike und einen schicksalsergebenen Ruben, der nun auch mal das Gefühl der hinteren Startplätze kennenlernen musste.

Nach über vier Stunden Pause startete Ruben mit dem Bike in Richtung Ennetbürgen. Die grosse Nachmittagshitze drückte auf die Schweissdrüsen in den steilen Rampen nach St. Meinrad. Zum Glück türmten sich hinter Einsiedeln erste Gewitterwolken, welche eine Erfrischung versprachen. Auch wenn es auf dem Weg in Richtung Alptal nur etwas nieselte, versteckte sich wenigstens die Sonne hinter den grossen Cumulonimbus Wolken. Nach ein bisschen Smalltak mit Single-Athleten ging es dann gemächlich zum Höchsten Punkt der Etappe und von da über eine teils anspruchsvolle Abfahrt an den Mythen vorbei nach Schwyz. In dieser versuchte Ruben das Hinterrad von Esther Süss, der mehrfachen Weltmeisterin zu halten, was im zumindest teilweise gelang. Mitten in der Abfahrt stand Eva (Cape Epic Teampartnerin von Bärbel) mit einem platten Reifen. Nicht ganz so nett wie Bärbel vor zwei Jahren am Gigathlon im Wallis, liess er sie mit ihrem Problem alleine…

Von Schwyz bis nach Gersau ging es erst der Muota entlang und später auf wohlbekannter Hauptstrasse zum Wassertaxi nach Beckenried. Auf dem Nauen blieb Zeit, mit Esther Süss ein wenig zu fachsimpeln. Es folgte der kurze Schlussspurt ins Ziel nach Ennetbürgen, wo Bärbel, unser Supporten Armin und ein kühles Bier auf ihn warteten.

Für weys@bike4life.ch endete der Gigathlon 2013 nach 2 Tagen, viele andere hatten noch 4 Tage vor sich. Es war ein spannendes Erlebnis und eine kleine Prüfung für das Eheleben. Letztlich wissen jetzt aber beide Weys, dass Velofahren ihre Lieblingsdisziplin ist.

Rangliste

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